Ich hab es für dich getan, Fiorina

Erhältlich bei Amazon - auch als e-book
ISBN: 9798832297507

ab 12 Jahre

Ich hab es für dich getan, Fiorina

I. Kapitel

Ein Dienstagmorgen im März. Die Sportstunde war zu Ende. Erhitzt und lachend wie immer rannten die Mädchen in die Umkleidekabine, lästerten über die Sportlehrerin und neckten sich gegenseitig.
»Die mit ihrem Fußball! Und die blöde Knauer macht nur, was die Jungens wollen!«
»Genau, ich würde viel lieber mal Volleyball oder Völkerball spielen!«
»Hi Christina, deine Manndeckung bei Torsten war aber ausgesprochen intensiv!«
»Blöde Kuh! Der ist mir doch völlig egal!«
»Na klar!«
»Ey, kuckt mal, die Muskeln von Denise! Warste gestern wieder trainieren?«
»Phhh!«, machte die Genannte verächtlich und ließ sich neben Charlotte nieder. Sie nervte jeden mit ihrer Angeberei. Mindestens einmal in der Woche ging sie in ein Fitnesscenter, um ihre Muskeln zu definieren. Außerdem war sie peinlich darauf bedacht, kein Gramm Speck an sich zu entdecken. Sie hielt ihr Bein demonstrativ neben das von Charlotte und ließ ihre Muskeln spielen.
»Mensch, was hast denn du da? Das sieht ja aus wie die Schwangerschaftsstreifen auf dem Bauch von meiner Mutter. Biste schwanger?« Sie kicherte albern.
Alle kuckten. Alle sahen die Streifen auf Charlottes Oberschenkel, weiß-bläulich gezackt, drei schmale Linien.
Teresa saß neben ihrer Freundin, wie immer. Sie sah, wie Charlotte blass wurde, sah ihre Augen dunkel und glänzend. Charlotte packte sie am Arm.
»Charlie?« Teresa sah sie ungläubig an.
Charlotte fing auf einmal an zu weinen. Die Freundin nahm sie in den Arm, versuchte zu trösten. Denise saß noch immer daneben und starrte die beiden verständnislos an: »Das war doch nicht böse gemeint.«
Hilflos versuchte Teresa, Charlotte zu beruhigen. In der nächsten Stunde stand ein Chemie Test an. »Mensch, Charlie, komm, wir müssen los.«
Aber sie hörte nicht auf zu weinen und was sie dann sagte, brachte Teresa völlig durcheinander: »Vielleicht … bin ich … ja … wirklich schwanger!«
Alle starrten! Die Augen aufgerissen, die Münder offen, Gesichter voller Neugierde und Angst.
Dazwischen Teresa, ganz und gar verschreckt.

Teresa

Was ist mit Charlie los?

Vierzehn waren wir und beste Freundinnen. Wir haben uns immer alles erzählt, so glaubte ich jedenfalls: Jeden Kummer und für wen wir schwärmten. Und ich wusste doch ganz genau, dass Charlie keinen Freund hatte. Schwanger, wie denn, bitte schön?
Charlotte schluchzte immer noch und endlich kam unsere Sportlehrerin.
»Was ist denn hier los?« »Charlotte hat da so Streifen, vielleicht ist sie schwanger«, platzte Denise heraus, bevor ich etwas sagen konnte. Ich hatte nur einen dicken Kloß im Hals. Die Sportlehrerin schaute erst Charlie an, dann mich. Dann sagte sie ganz ruhig: »Ihr geht jetzt zur Vertrauenslehrerin, mit eurem Chemielehrer rede ich.« Mir plumpste ein Stein vom Herzen. Ich war total erleichtert, dass ich nicht allein mit Charlie und der Situation blieb. Ein bisschen auch wegen Chemie, das zählte nicht gerade zu meinen Lieblingsfächern.

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